Enchiladas gehören zu jenen mexikanischen Gerichten, die hierzulande oft missverstanden werden. Während viele sie für eine Art überbackene Quesadilla halten, steckt hinter dem Namen eigentlich ein jahrhundertealtes Konzept: weiche Tortillas, die mit einer herzhaften Füllung versehen, aufgerollt und anschließend mit Soße und Käse im Ofen gebacken werden. Das Wort selbst stammt vom spanischen Verb "enchilar" ab, was so viel wie "mit Chili würzen" bedeutet – ein Hinweis darauf, dass traditionelle Enchiladas durchaus feurig daherkommen können.
Die Hackfleisch-Variante, die wir heute zubereiten, orientiert sich an den beliebten Tex-Mex-Interpretationen des Originals. Statt der in Mexiko üblichen komplexen Chili-Soßen verwenden wir eine einfache, aber aromatische Mischung aus Hackfleisch, Gemüse und Salsa. Das macht das Gericht nicht nur schneller umsetzbar, sondern auch familientauglicher – ohne dabei den charakteristischen Geschmack zu verlieren. Spannend ist dabei, dass sich die Aromen während des Backens im Ofen richtig schön miteinander verbinden. Der Käse bildet eine goldbraune Kruste, während darunter die Tortillas die Säfte der Füllung aufsaugen und herrlich saftig werden.
Was dieses Enchiladas-Rezept besonders praktisch macht: Die meisten Zutaten sind Vorratskammer-Klassiker. Mais und Kidneybohnen aus der Dose, etwas Hackfleisch aus dem Tiefkühlfach und Tortillas, die sich wochenlang halten – schon kann's losgehen. Die Zubereitung dauert keine 45 Minuten von Anfang bis Ende, wobei das Gericht die meiste Zeit ganz allein im Ofen brutzelt. Perfekt also für entspannte Feierabende oder wenn spontan Besuch kommt. Übrigens lassen sich Enchiladas auch prima vorbereiten und später aufwärmen – sie schmecken am nächsten Tag oft sogar noch besser.
Die Hackfleischfüllung vorbereiten
Los geht's mit dem Herzstück der Enchiladas: der würzigen Hackfleischfüllung. Zuerst heizt du den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor – das dauert eh seine Zeit, und bis dahin ist die Füllung fertig. Die Zwiebel hackst du klein, am besten in kleine Würfel, die später schön in der Füllung aufgehen. Bei den Tomaten reichen grobe Stücke völlig aus, sie werden beim Braten sowieso weicher und geben ihren Saft ab.
Kidneybohnen und Mais lässt du gründlich abtropfen – das überschüssige Wasser würde die Füllung nur verwässern. Ein kleiner Trick: Spül die Bohnen kurz unter kaltem Wasser ab, das entfernt die etwas schleimige Flüssigkeit aus der Dose. Das Olivenöl erhitzt du in einer großen Pfanne, sie sollte genug Platz für alle Zutaten bieten. Das Hackfleisch kommt zuerst rein und wird schön krümelig angebraten. Dabei sollte es richtig brutzeln – das sorgt für die nötigen Röstaromen.
Gemüse und Gewürze hinzufügen
Sobald das Hackfleisch rundherum gebräunt ist, gibst du die Zwiebel dazu. Sie braucht nur ein paar Minuten, bis sie glasig wird – zu lange sollte sie nicht braten, sonst wird sie bitter. Jetzt kommen die Tomatenwürfel in die Pfanne, gefolgt von den abgetropften Bohnen und dem Mais. Das Ganze vermischst du gut miteinander und lässt es kurz zusammenfallen.
Die Salsa ist quasi der Geschmacksträger der ganzen Füllung. Je nachdem, wie scharf du es magst, kannst du eine milde oder eine feurige Variante wählen. Wichtig ist nur, dass die Salsa nicht zu flüssig ist – sonst werden die Tortillas matschig. Mit Salz und Pfeffer würzt du die Mischung ab. Hier gilt: lieber etwas kräftiger würzen, da die Tortillas und der Käse später noch dazukommen und das Ganze etwas abschwächen.
Tortillas füllen und aufrollen
Jetzt wird's etwas fummeliger, aber keine Sorge – nach den ersten zwei Enchiladas hast du den Dreh raus. Die Tortillas legst du einzeln in eine gefettete Auflaufform. Mais-Tortillas sind etwas kleiner als Weizen-Tortillas, dafür aber authentischer. Falls sie etwas spröde sind, kannst du sie kurz in der Mikrowelle erwärmen – das macht sie geschmeidiger zum Rollen.
Pro Tortilla nimmst du etwa zwei bis drei Esslöffel der Hackfleischfüllung. Die Füllung kommt in die Mitte der Tortilla, aber nicht bis ganz an die Ränder – sonst quillt sie beim Rollen heraus. Nun rollst du die Tortilla von einer Seite zur anderen fest zusammen. Die Enden bleiben dabei offen, das ist völlig normal und auch so gewollt. Jede fertige Enchilada legst du mit der Naht nach unten in die Auflaufform, so dass sie nicht aufgehen kann.
Mit Schmand und Käse überbacken
Bevor die Enchiladas in den Ofen wandern, bekommen sie noch ihre cremige Haube. Schmand und geriebenen Cheddar verrührst du in einer kleinen Schüssel miteinander. Diese Mischung streichst du gleichmäßig über alle Enchiladas – sie sollten komplett bedeckt sein. Der Schmand sorgt dafür, dass nichts austrocknet, während der Käse für die goldbraune Kruste verantwortlich ist.
Cheddar ist hier die erste Wahl, weil er gut schmilzt und diesen typisch amerikanisch-mexikanischen Geschmack mitbringt. Gouda geht aber auch, wenn du es milder magst. Wichtig ist nur, dass der Käse nicht zu fettarm ist – sonst wird er beim Backen zäh statt cremig. Die Enchiladas kommen für 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen, bis der Käse schön goldbraun und die Tortillas an den Rändern leicht knusprig sind.
Servieren und genießen
Frisch aus dem Ofen sind die Enchiladas noch sehr heiß – lass sie ruhig ein paar Minuten abkühlen, bevor du sie servierst. Das gibt der Füllung Zeit, sich zu setzen, und du verbrennst dir nicht den Mund. Traditionell werden Enchiladas mit frischen Limettenspalten serviert – ein Spritzer Limettensaft über das fertige Gericht bringt eine angenehme Frische rein und hebt die Aromen noch mal richtig hervor.
Gehackter Koriander passt ebenfalls perfekt dazu, genau wie ein Klecks Guacamole oder saure Sahne. Wenn du magst, kannst du auch noch ein paar frische Tomatenwürfel oder Zwiebelringe darüber streuen. So wird aus einem einfachen Auflauf ein richtiges mexikanisches Festmahl, das garantiert alle satt und zufrieden macht.