Auberginen sind so eine Sache für sich. Entweder man liebt sie abgöttisch oder begegnet ihnen mit einer gewissen Skepsis. Dabei kann das violette Nachtschattengewächs durchaus überzeugen - vorausgesetzt, man weiß, wie man es richtig zubereitet. Gefüllte Auberginen sind da ein besonders dankbares Rezept, denn sie verwandeln das oft unterschätzte Gemüse in kleine Geschmacksboote, die ordentlich was hermachen auf dem Teller.
Die Kombination aus würzigem Couscous, salzigem Feta und den süß-säuerlichen Granatapfelkernen ist dabei alles andere als zufällig gewählt. Diese Aromen kennt man aus der orientalischen Küche, wo solche Gegensätze seit Jahrhunderten meisterhaft kombiniert werden. Der Kreuzkümmel sorgt für die erdige Würze, die Limette bringt die nötige Frische und der Koriander - nun ja, den mag nicht jeder, aber er gehört einfach dazu. Wer partout nicht damit warm wird, kann ihn auch durch gehackte Petersilie ersetzen. Das Schöne an diesem Gericht ist seine Wandlungsfähigkeit. Es passt perfekt als Hauptgang für ein entspanntes Abendessen zu zweit, macht aber auch bei einem größeren Dinner eine ausgezeichnete Figur. Die Auberginen sehen nicht nur toll aus, sie sind auch praktisch portioniert - jeder bekommt seine eigene kleine Geschmackswelt serviert. Und das Beste daran: Während die Auberginen im Ofen vor sich hin garen, hat man genug Zeit, den Couscous vorzubereiten oder sich um andere Dinge zu kümmern.
Die Auberginen vorbereiten
Zunächst heizt du den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vor. Die beiden Auberginen wäschst du gründlich und trocknest sie ab. Dann halbierst du sie der Länge nach und schneidest das Fruchtfleisch mit einem scharfen Messer kreuzweise ein. Dabei solltest du etwa einen Zentimeter Rand zur Schale lassen - die Auberginen sollen schließlich ihre Form behalten und als Behälter für die Füllung dienen.
Das eingeschnittene Fruchtfleisch bestreichst du großzügig mit zwei Esslöffeln Olivenöl und würzt es mit Salz und Pfeffer. Danach kommen die Auberginenhälften mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Ab in den Ofen für etwa 25 Minuten - die Auberginen sollen weich werden, aber noch ihre Form behalten.
Den Couscous zubereiten
Während die Auberginen im Ofen schmoren, kümmerst du dich um die Füllung. Das Wasser bringst du in einem kleinen Topf zum Kochen und gibst eine Prise Salz dazu. Sobald es sprudelt, rührst du den Couscous ein, nimmst den Topf vom Herd und lässt das Ganze zugedeckt etwa fünf Minuten quellen. Couscous ist wirklich dankbar - er braucht keine lange Kochzeit und wird trotzdem schön locker.
In der Zwischenzeit schälst und würfelst du die Zwiebel fein. In einer Pfanne erhitzt du die restlichen zwei Esslöffel Olivenöl und dünstest die Zwiebelwürfel darin glasig an. Das dauert etwa drei bis vier Minuten. Der Duft, der dabei aufsteigt, ist schon mal ein guter Vorgeschmack auf das, was kommt.
Die Füllung vollenden
Jetzt kommt der gequollene Couscous zu den Zwiebeln in die Pfanne. Mit einer Gabel lockerst du ihn schön auf und vermischst alles miteinander. Der gepresste Knoblauch und der Kreuzkümmel kommen ebenfalls dazu - und schon entwickelt sich dieser typisch orientalische Duft, der einen sofort an Basare und Gewürzmärkte denken lässt.
Die Pfanne nimmst du vom Herd und rührst den frisch gehackten Koriander unter. Beim Koriander scheiden sich bekanntlich die Geister - manche schwören darauf, andere finden, er schmeckt nach Seife. Falls du zur zweiten Fraktion gehörst, nimm einfach glatte Petersilie. Den Limettensaft presst du frisch aus und gibst ihn ebenfalls zur Couscous-Mischung. Die Säure hebt alle anderen Aromen schön hervor.
Füllen und überbacken
Mittlerweile sollten die Auberginen schön weich sein. Du holst sie aus dem Ofen und lässt sie kurz abkühlen. Mit einem Löffel höhlst du das weiche Fruchtfleisch vorsichtig aus den Hälften heraus. Dabei aufpassen, dass die Schalen heil bleiben - sie sind schließlich deine essbaren Schälchen.
Das ausgehöhlte Auberginenfruchtfleisch hackst du grob und hebst es unter die Couscous-Mischung. Jetzt kommt auch der in Würfel geschnittene Feta dazu sowie die Hälfte der Granatapfelkerne. Alles vorsichtig vermengen - der Feta soll nicht zu sehr zerbröseln.
Die Auberginenschalen füllst du großzügig mit der Couscous-Mischung und setzt sie zurück aufs Blech. Noch mal für etwa zehn Minuten in den Ofen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist. Kurz vor dem Servieren streust du die restlichen Granatapfelkerne darüber - die knacken schön zwischen den Zähnen und sorgen für kleine Geschmacksexplosionen.