Tiramisu ohne Kaffee? Das klingt erst mal wie Pizza ohne Käse – undenkbar für Puristen. Aber manchmal lohnt es sich, eingefahrene Pfade zu verlassen und was Neues zu wagen. Genau das passiert bei dieser sommerlichen Variante des italienischen Klassikers. Statt der gewohnten Espresso-Tränke kommt hier eine fruchtige Mischung aus Balsamico, Zuckerrübensirup und Wasser zum Einsatz. Klingt verrückt? Ist es auch – aber im besten Sinne.
Der Balsamico bringt eine wunderbare Säure mit, die perfekt zu den süßen Erdbeeren harmoniert. Diese Kombination ist in der italienischen Küche längst kein Geheimtipp mehr – denk nur an Erdbeeren mit einem Spritzer Balsamico als Vorspeise. Hier wird diese geniale Paarung ins Dessert übertragen. Die Löffelbiskuits nehmen die aromatische Tränke gierig auf und werden dadurch zu kleinen Geschmacksexplosionen. Währenddessen sorgt die luftig aufgeschlagene Mascarponecreme für den nötigen Gegenpol – cremig, mild und unglaublich zart. Das Schöne an diesem Rezept: Du kannst es wunderbar vorbereiten. Tatsächlich wird es sogar besser, je länger es im Kühlschrank durchziehen kann.
Erdbeeren haben bei uns von Mai bis September Saison, wobei die Haupterntezeit zwischen Juni und Juli liegt. Genau dann schmecken sie am intensivsten und sind prall voller Aroma. Für dieses Tiramisu solltest du unbedingt zu reifen, süßen Früchten greifen – sie sind der Star des Desserts. Beim Einkauf erkennst du gute Erdbeeren an ihrem kräftigen Rot und dem frischen Grün. Sie sollten fest sein, aber nicht hart. Ein intensiver Erdbeerduft ist ein weiteres Qualitätsmerkmal. Übrigens: Erdbeeren gehören botanisch gesehen gar nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Die kleinen gelblichen Körnchen auf der Oberfläche sind die eigentlichen Früchte.
Die Balsamico-Tränke zubereiten
Zuerst bereitest du die ungewöhnliche Tränke zu. Zuckerrübensirup, Balsamico und Wasser kommen in einen kleinen Topf. Bei mittlerer Hitze rührst du die Mischung so lange, bis sich alles schön verbunden hat. Das dauert nur wenige Minuten. Wichtig ist, dass du nicht zu stark erhitzt – die Mischung soll warm werden, aber nicht kochen. Sonst verdunstet zu viel Flüssigkeit und der Geschmack wird zu konzentriert. Lass die Tränke anschließend vollständig abkühlen. In der Zwischenzeit bereitest du die Erdbeeren vor: waschen, entstielen und in dünne Scheiben schneiden. Je gleichmäßiger die Scheiben, desto schöner wird später die Optik.
Mascarponecreme – luftig wie eine Wolke
Jetzt kommt der Trick für die perfekte Mascarponecreme: Die Eier werden getrennt und nur die Eigelbe verwendet. Diese schlägst du mit Honig und Vanilleextrakt richtig schön cremig auf. Das Handrührgerät sollte dabei auf mittlerer Stufe laufen – zu schnell würde die Masse spritzen. Die Mascarpone kommt portionsweise dazu, damit keine Klümpchen entstehen. Geduld ist hier gefragt: lieber langsam und gründlich rühren. Parallel schlägst du die Schlagsahne steif. Sie sollte feste Spitzen bilden, aber nicht zu fest werden – sonst wird sie körnig. Diese hebst du vorsichtig unter die Mascarponecreme. Das Ergebnis: eine luftige, traumhaft cremige Masse, die auf der Zunge zergeht.
Schicht für Schicht zum Glück
Das Schichten ist fast schon meditativ. Jeden Löffelbiskuit tauchst du kurz in die abgekühlte Balsamico-Tränke. Nicht zu lange, sonst werden sie matschig – ein schneller Dip reicht völlig. Den Boden deiner Form legst du damit aus. Darauf kommt die Hälfte der Mascarponecreme, die du gleichmäßig verstreichst. Ein Teigschaber hilft dabei, eine glatte Oberfläche zu bekommen. Dann folgt die Hälfte der Erdbeerkonfitüre – verteile sie mit einem Löffel und streiche sie vorsichtig glatt. Die nächste Schicht getränkter Biskuits kommt darauf, gefolgt von der restlichen Konfitüre. Zum Schluss die übrige Mascarponecreme darüber geben und glatt streichen.
Geduld wird belohnt
Die frischen Erdbeerscheiben kommen als krönender Abschluss obendrauf. Jetzt heißt es warten – mindestens vier Stunden, besser über Nacht. Das Tiramisu muss abgedeckt in den Kühlschrank. In dieser Zeit verbinden sich alle Aromen miteinander, die Löffelbiskuits werden schön saftig und die Creme setzt sich. Nach Belieben kannst du das fertige Tiramisu noch mit frischer Minze garnieren. Die bringt einen zusätzlichen Frischekick und sieht obendrein hübsch aus. Beim Servieren am besten einen scharfen Löffel verwenden, damit die Schichten schön sichtbar bleiben.