Wenn die Sommerhitze zuschlägt und normaler Kaffee einfach zu heiß erscheint, landet Cold Brew auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Dieses sanft extrahierte Kaffeegetränk überzeugt durch seine milde Säure und das runde Aromaprofil. Doch da ist ein Problem, das wohl jeder Eiskaffee-Liebhaber kennt: Die normalen Eiswürfel verwandeln das sorgfältig zubereitete Getränk in eine fade Brühe. Was anfangs noch kraftvoll und aromatisch schmeckt, wird mit jedem geschmolzenen Eiswürfel schwächer. Genau hier setzt ein simpler, aber brillanter Trick an – Kaffee-Eiswürfel.
Das Konzept dahinter ist denkbar einfach und doch so wirkungsvoll: Statt Wasser einzufrieren, verwendest du fertigen Kaffee für die Eiswürfel. Dadurch bleibt die Intensität des Getränks konstant, auch wenn die Würfel schmelzen. Im Gegenteil, sie verstärken sogar noch das Kaffeearoma. Diese Methode funktioniert besonders gut mit Cold Brew, da dieser durch seine schonende Extraktion bei Raumtemperatur bereits eine ideale Basis für gefrorene Kaffee-Eiswürfel bildet. Der niedrige Säuregehalt und die natürliche Süße des Cold Brews kommen auch in gefrorener Form voll zur Geltung.
Interessant ist auch die Zeitkomponente bei diesem Rezept. Während herkömmlicher Eiskaffee in wenigen Minuten fertig ist, braucht diese Variante Geduld – insgesamt rund 18 Stunden. Zwölf Stunden zieht der Cold Brew im Kühlschrank, weitere sechs Stunden benötigen die Kaffee-Eiswürfel im Gefrierfach. Das mag auf den ersten Blick umständlich wirken, aber die Vorbereitung ist minimal. Einmal angesetzt, erledigt die Zeit den Rest. Am Ende wartet ein Kaffeegetränk, das seine volle Stärke behält und dabei erfrischend kühl serviert wird – perfekt für heiße Sommertage oder als nachmittäglicher Energiekick ohne die Hitze einer dampfenden Tasse.
Den Cold Brew ansetzen
Der erste Schritt ist so unkompliziert, dass er fast banal wirkt. In einem ausreichend großen Glasgefäß – ein Einmachglas oder eine Karaffe funktionieren prima – mischst du grob gemahlenen Kaffee mit kaltem Wasser. Das Verhältnis von 50 Gramm Kaffee auf 250 Milliliter Wasser ergibt einen konzentrierten Cold Brew, der später auch durch die schmelzenden Eiswürfel nicht zu schwach wird. Wichtig ist hierbei der Mahlgrad: Zu fein gemahlener Kaffee wird später schwer zu filtern, zu grob und die Extraktion funktioniert nicht richtig. Die goldene Mitte liegt bei einem groben Mahlgrad, ähnlich dem für eine French Press.
Nachdem sich Kaffee und Wasser vermischt haben, kommt Frischhaltefolie über das Gefäß. Das verhindert, dass der Kaffee Fremdgerüche aus dem Kühlschrank aufnimmt – und davon gibt es dort meist genug. Zwölf Stunden bei konstanter Kühlung reichen aus, damit sich die Aromen vollständig lösen. Länger schadet nicht, aber kürzer sollte es nicht sein.
Kaffee-Eiswürfel herstellen
Nach der langen Ziehzeit kommt der clevere Part: Ein kleiner Teil des fertigen Cold Brews wird für die Eiswürfel "geopfert". Du gießt den Kaffee zunächst durch ein feines Küchensieb, um die Kaffeepartikel herauszufiltern. Eine kleine Menge – gerade genug für drei Eiswürfel – wandert direkt in eine Eiswürfelform und ab damit ins Gefrierfach. Der Rest des gefilterten Cold Brews wird wieder abgedeckt und zurück in den Kühlschrank gestellt.
Sechs Stunden später sind die Kaffee-Eiswürfel durchgefroren. Die Wartezeit lohnt sich, denn halbgefrorene Eiswürfel schmelzen zu schnell und erfüllen ihren Zweck nicht richtig. Übrigens: Wer vorausplant, kann die Eiswürfel auch schon am Vortag mit normalem, abgekühltem Kaffee herstellen. Das spart Zeit und funktioniert genauso gut.
Das finale Servieren
Jetzt wird's spannend: Der gefilterte Cold Brew kommt in ein großes Glas – am besten eines mit dickeren Wänden, das die Kälte länger hält. Die drei Kaffee-Eiswürfel folgen direkt hinterher. Schon beim Eingießen hörst du das charakteristische Knacken, wenn der kalte Kaffee auf die noch kälteren Eiswürfel trifft. Das Getränk behält seine dunkle, satte Farbe und riecht intensiv nach Kaffee.
Das Schöne an dieser Methode zeigt sich erst beim Trinken: Während normale Eiswürfel das Aroma verwässern würden, verstärken die Kaffee-Eiswürfel den Geschmack sogar noch. Mit jedem Schluck wird das Getränk interessanter, nicht schwächer. Wer es etwas milder mag, kann jetzt noch einen Schuss kalte Milch oder Pflanzendrink dazugeben. Das verändert nicht nur den Geschmack, sondern auch die Optik – aus dem tiefen Schwarz wird ein verführerisches Braun.